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Hier erhalten Sie Einblicke in die Abläufe der Wärme-behandlung bei KUHLER.

Hermann Kuhler GmbH & Co. KG
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Fachbegriffe der Wärmebehandlung

In diesem Glossar werden die wichtigsten Fachausdrücke der Wärmebehandlung zusammengestellt und erläutert.

Vergüten (+QT)

Unter Vergüten versteht man das Härten (Abschrecken) von Werkstoffen bei Temperaturen von 800 - 1.100 °C mit einem nachfolgendem Wiedererwärmen (Anlassen) auf Temperaturen von 540 - 680 °C. Härten ist ein Wärmebehandlungsverfahren, das aus Austenitisieren und einem schnellen Abkühlen besteht. Mit der entsprechenden Gefügeumwandlung beim Abkühlvorgang wird der Stahl hart, aber auch spröde. Durch die nachfolgende hohe Anlasstemperatur stellen sich neben erhöhter Streckgrenze und Zugfestigkeit auch hohe Dehnungs- und Zähigkeitswerte ein.

Normalglühen (+N)

Unter Normalglühen versteht man das Erwärmen von Stahl etwas oberhalb der Austenittemperatur. Nach vollständiger Durchwärmung wird das Material an ruhender Luft abgekühlt. Alle Gefüge- und Eigenschaftsänderungen durch Vergüten, Härten, Überhitzen, Schweißen, Kalt- oder Warmumformung werden so wieder rückgängig gemacht, sofern diese zu keinen Materialschäden geführt haben. Ziel ist es, ein gleichmäßiges feines Ferrit-Perlitgefüge mit den damit verbundenen mechanischen Eigenschaften einzustellen.

BF-Glühen (+ TH)

Unter BF-Glühen versteht man das Glühen von Stahl auf eine bestimmte Härtespanne. Die Art des Materialgefüges spielt hier also keine große Rolle. Je nach Stahl und Anforderung kommen normale Wärmbehandlungsarten zum Tragen oder ein einfaches Anlassen bei hohen Temperaturen.

BG-Glühen/Perlitisieren (+FP)

Der alte Begriff des Bearbeitungsglühens wird offiziell heute nicht mehr benutzt. In der neuen Normung spricht man jetzt vom Perlitisieren oder Ferrit-Perlit-Glühen. Dies ist ein besonderes Glühverfahren, in welchem die Abkühlungskurve nach dem Grobkornglühen unterbrochen und solange im Perlitbereich gehalten wird, bis sich ein reines Ferrit-Perlit-Gefüge (Schwarz-Weiß-Gefüge) gebildet hat. Diese Wärmebehandlung wird bei Einsatzstählen durchgeführt und verbessert die Zerspanbarkeit (kurzbrüchiger Reißspan).

Spannungsarmglühen (+SR)

Das Spannungsarmglühen dient, wie der Name schon verrät, zur Reduzierung von Eigenspannungen. Spannungen im Material entstehen unter anderem durch ungleichmäßiges Abkühlen, Gefügeumwandlungen, die nicht in allen Bereichen des Materials auftreten, durch Kaltverformung und durch spanabhebende Bearbeitung. In der Regel glühen wir die Materialien zwischen 500 und 650 °C und lassen diese im Ofen abkühlen.

Weichglühen (+A)

Durch das Weichglühen soll der Stahl eine möglichst geringe Festigkeit und Härte erhalten. Der Stahl wird kurz unterhalb der ersten Umwandlungslinie (AC1 Line, ca. 680 – 700 °C) geglüht und nach entsprechender Haltezeit im Ofen abgekühlt. Das Weichglühen eignet sich für untereutektoide Stähle (< 0,8 % Kohlenstoff). Der Stahl lässt sich so einfacher und wirtschaftlicher zerspanen und umformen. Für eine spanende Weiterverarbeitung werden allerdings nur Stähle mit einem Kohlenstoffgehalt über 0,4 % weichgeglüht. Bei Kohlenstoffgehalten < 0,4 % können weichgeglühte Stähle beim Zerspanen bereits anfangen zu schmieren. Hier greift man dann wieder auf das Grobkornglühen bzw. Perlitisieren zurück.

GKZ-Glühen (+AC)

Das GKZ-Glühen (Glühen auf kugeligen Zementit) wird angewendet, wenn Stähle einen Kohlenstoffgehalt > 0,8 % besitzen (übereutektoide Stähle). Die Wärmebehandlung ähnelt dem Weichglühen. Der Stahl wird hier kurz oberhalb der ersten Umwandlungslinie (AC1) erwärmt oder um die AC1 Linie herum gependelt. Nach entsprechender langer Haltezeit (bis zu 100 h) wird im Ofen abgekühlt. Hier kommt es darauf an, einen möglichst hohen Einformungsgrad zu erreichen.

imagebroschüre

Eine Zusammenfassung von Wissen und Leidenschaft für die Veredelung von Stahl.

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